(Anzeige) Ein Interview: Biodiversität beim Weinanbau / Delinat


Zu einem guten Essen gehört für mich auch ein gutes Glas Wein. Doch was heißt eigentlich „gut“? Neben dem Geschmack ist für mich der Aspekt der Nachhaltigkeit immer wichtiger geworden. Beim Recherchieren kam mit der Begriff der Biodiversität immer häufiger entgegen und ich habe mich deshalb an einen Experten gewannt, der sich mit diesem Thema bestens auskennt.

 

 

Weinreben inmitten der Natur

Erst seit 2012 gibt es in der EU rechtsverbindliche Richtlinien für die Bezeichnung von «Biowein». Schon 1983 schuf Delinat eigene Biorichtlinien für Weinanbau und -bereitung in Europa. Diese wurden laufend den neusten Erkenntnissen angepasst. Sie gehen weit über generelle Anforderungen an den Biolandbau hinaus und sind in vielen Punkten auch strenger als andere Biorichtlinien. Welche Unterschiede es noch beim Weinanbau gibt, habe ich bereits in dem Artikel Delinat im Einklang mit der Natur erläutert. Dabei kam auch bereits der Begriff Biodiversität auf.  Dieses wichtige Thema möchte ich nun weiter vertiefen und habe dazu Daniel Wyss, Winzerberater bei Delinat, interviewt.

 

 

Weinrebe Biodiversität

Interview zum Thema Biodiversität

Biodiversität ist ein Begriff, welcher weitreichende Folgen für den Anbau und unsere Natur hat. Ich wollte gerne mehr dazu erfahren, habe all meine Fragen gesammelt und diese für euch in diesem Interview festgehalten:

Daniel, was kann man sich unter dem Begriff der Biodiversität konkret vorstellen?

Artenvielfalt, Genetische Vielfalt und Vielfalt der Ökosysteme wird zusammen Biodiversität oder auch biologische Vielfalt genannt.Ein Rebberg mit hoher Biodiversität ist zum Beispiel in einer schönen Landschaft, in welcher auch Fruchtbäume und Wildsträucher wachsen und mit einer blühenden Begrünung bewachsen sind, eingebettet in eine wilde Strauchlandschaft wie Macchia (ital.) oder Garrigue (franz.). Das Erstaunliche dabei ist, dass diese große sichtbare Vielfalt nur 10% der Biodiversität in einem Rebberg ausmachen. 90% der Vielfalt ist im Boden mit Mikroorganismen, Pilzen und vielen weiteren Bodenlebewesen zu finden. Durch diese große Vielfalt im Boden wird CO2 in Form von Humus gespeichert. Das wiederum ist für das gute Wachstum der Rebe und den guten Geschmack im Wein verantwortlich.

 

 

Blühender Lavendel vor Weinberg

Was unterscheidet konventioneller Weinanbau zu dem der Biodiversität? Wird also im Bio-Weinbau immer die Biodiversität gefördert? Und wie ist es im konventionellen Weinbau?

Im konventionellen Weinbau dürfen chemisch synthetische Spritzmittel und leichtlösliche mineralische Düngemittel verwendet werden. Die Delinat-Richtlinien gehen aber noch viel weiter. Im Gegensatz den Bio-Richtlinien der EU begreift Delinat den Weinberg als Ökosystem, dessen Balance erst durch die Vernetzung der biologischen Vielfalt entsteht. Dafür braucht es eine artenreiche Begrünung, Bäume und Sträucher in den Reben oder angrenzend, ökologische Ausgleichsflächen. Einfach eine große Vielfalt an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.

In unseren Delinat Richtlinien kann man die Gegenüberstellung gut erkennen: siehe Tabelle.

 

 

Weinrebe Poggio-Ridente_Cecilia-Zucca

Der Verlust der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimawandel ein Thema, welchem mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Tier- und Pflanzenarten sterben aus, weil sie durch Pestizide und viel künstlichem Dünger keine Überlebenschance haben. Wieso ist es deiner Meinung nach so schwierig für manche Winzer dies im Sinne der Natur umzusetzen?

Ja, der Verlust der biologischen Vielfalt wird uns das Leben noch schwer machen. Dieser Verlust macht Pflanzen und Lebewesen (auch uns) anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Ein vielfältiges Ökosystem dagegen ist viel resilienter. Pflanzen und Lebewesen sind weniger anfällig, Nützlinge und Schädlinge halten sich die Waage. Leider kann dieses Ungleichgewicht billig und kurzfristig mit chemisch-synthetischen Pestiziden und Düngemitteln kompensiert werden. Mittel- und langfristig führt es aber zu Schäden der Umwelt mit belastetem Grundwasser, Insektensterben, Rückständen im Boden und Verlust von fruchtbarem Humus. Da diese Schäden nicht bezahlt werden müssen, ist der schädliche Pestizid- und Kunstdünger-Einsatz kostengünstiger. Die Kosten werden teilweise in Form von Gesundheitskosten der Allgemeinheit in Rechnung gestellt.

 

 

Junge Weinreben

Bei Delinat wird die Verbundenheit mit der Natur großgeschrieben. Durch die eigens aufgesetzten Richtlinien ist euer Bio-Standard höher als vorgegeben.  Ihr lebt das positiv vor. Was sind dabei die Herausforderungen/ Grenzen an die man stößt?

Für kleine Betriebe mit vielen Parzellen in großen Weinbaugebieten kann es sehr schwierig sein, geeignetes Land zu finden. Flächen, wo Bäume und Sträucher gepflanzt werden können und wo es genügend ökologische Ausgleichsflächen,  wie wir sie in unseren Richtlinien vorschreiben, hat. So ist es in Gebieten mit mehr Restflächen einfacher, wo nicht auf jedem m² Wein angebaut wird.

 

 

Blumen im Weinberg

Was würdest Du dir für die Zukunft des Weinanbaus wünschen? Gibt es Themen, die Delinat in naher Zukunft gerne umsetzen möchte?

Meine Zukunftsvision: Andere Fruchtbäume und Sträucher werden ein integraler Bestandteil von den Rebflächen. Essbare Waldgärten mit Reben und ganz vielen anderen Früchten und Beeren inmitten von vielfältigen Ökosystemen wie Trockenstandorten und Wasserläufen und Wasserflächen als Teiche und Seen. Pilzwiderstandsfähige Rebsorten müssen nicht mehr mit Kupfer und Schwefel gespritzt werden. Es genügen Pflanzen- und Komposttees, um die Reben zu stärken. Das wäre mein innigster Wunsch, wenn sich dies grundsätzlich im Weinbau (und auch sonst) verankern würde.

 

 

Weinglas Landschaft Rotwein Natur

Anschließend möchte ich dir gerne noch das folgende Vido ans Herz legen. In diesem Video ist noch einmal sehr anschaulich erklärt, was Biodiversität genau ist und wie Delinat diesen wichtigen Aspekt für den Weinanbau nutzt.

Ich freue mich sehr, dass ich in Kooperation mit Delinat diesen Artikel verfassen darf, um Euch einen Einblick in die genussvolle Welt des Weines zu geben. Schaut also gleich mal dort vorbei und findet euren Lieblingswein.

Liebste Grüße,

Daniela

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